Kettensaegenschein

Ist der Kettensaegenschein Pflicht oder Freiwillig ?

Wer Holz für seinen Holzofen benötigt, oder in seinem Garten Baumpflegearbeiten erledigen möchte benötigt eine Kettensaege. In die Lage sich mit dem Fällen eines Baumes oder das zersägen von Holz zu beschäftigen gerät man schnell. Es ist möglich dies mit einer herkömmlichen Axt oder einem Beil zu machen, dies ist jedoch eine Schweißtreibende Arbeit. Da ist die Kettensaege die bessere und schnellere Wahl. Wer sich eine Kettensäge zulegt und denkt er kann direkt loslegen, diesen muss ich leider enttäuschen. So einfach ist es bedauerlicherweise nicht. Denn nicht in jedem Fall darf die Kettensäge ohne den dazugehörigen Schein verwendet werden. Auf was alles geachtet werden muss und welche Verordnungen und Richtlinien eingehalten werden müssen, werde ich hier erläutern.

Wer benötigt einen Schein für die Kettensaege ?

Für den privaten Gebrauch im eigenen Garten wird der Kettensägenschein nicht zwingend benötigt. Es gibt jedoch Fälle, bei denen der Schein verpflichtend ist.

  • In öffentlichen Wäldern oder Forstanlagen, in den Brennholz zersägt wird oder aber auch Bäume gefällt werden.

  • Im öffentlichen Straßenverkehr

  • Für die berufliche Nutzung

  • Für die Anwendung auf dem Grundstück Dritter. Es ist in diesem Fall belanglos ob dies der Wald eines Privatbesitzers oder des besten Freundes ist.

Solange die Arbeiten mit der Kettensaege auf dem eigenen Grund und Boden und an seinem Eigentum stattfinden ist der Kettensägen-Schein nicht nötig. Wer sich bei geistiger Gesundheit befindet und Körperlich dem Umgang mit einer Kettensäge gewachsen ist darf ein Kettensägen-Schein erwerben. Außerdem muss das 18. Lebensjahr vollendet sein. Für Förster und private Waldbesitzer ist ganz wichtig, das die Personen, die keinen Kettensaegenschein besitzen, keine Befugnis für das Fällen und Sägen im Wald bekommen dürfen. Denn wenn es zu einem Unfall kommt, wird der Besitzer die Verantwortung übernehmen müssen. Eine Berechtigung des Kettensägen-Scheins hat verschiedene Ausmaße, deshalb sollten einige Dinge beachten werden. Bei dem Modul 1 und 2 darf im Wald liegendes Holz gesägt werden. Wer das Modul 3 hat, darf Bäume fällen, diese dürfen ein Stammdurchmesser bis 25 Zentimeter haben. Dieser auf Brusthöhe gemessene Durchmesser darf die 25 Zentimeter jedoch nicht überschreiten. Für Gefahr-Fällungen, Sturmholz und Windbruch gibt es andere Scheine, für diese müssen weitere Module erworben werden.

Was wird bei dem Kettensaegen-Kurs alles gelernt ?

Im Kettensägen-Kurs lernt man den sicheren Umgang mit der Kettensäge und wichtige Details zur Säge. Durchs die Teilnahme an solch einem Kurs, kann das Unfallrisiko in etwa um 90 Prozent gesenkt werden.

Im gesamten Kurs (3 Module) wird folgendes gelernt:

  • Richtiges Verhalten im Wald

  • Welche Schnittschutzausrüstung wird benötigt

  • Verschiedene Schneidetechniken ( abhängig vom Umfang des Kurses )

  • Wie wird ein Baum richtig gefällt

  • Ein fachgerechten Umgang mit der Kettensägen

  • Wartung der Kettensäge ( Schärfen oder Feilen der Kette )

  • Einhaltung der Schutzbestimmungen, um Unfälle zu vermeiden

  • Das richtige und schnelle zerlegen von Holz

  • Aus welchen Bauteilen besteht eine Kettensägen

  • Den richtigen Umgang mit Betriebsstoffen

Was kostet ein Kettensaegenschein ?

Je nach Umfang des Kurses sind die Preise unterschiedlich. Der Preis hängt vom Anbieter ab, weil es für die Preise keine einheitliche Regelung gibt. Für die einfache Variante, der Module 1 und 2 wird der Preis bei etwa 100 € liegen. Umfangreichere Kurse, die mehr Module enthalten kosten im Durchschnitt zwischen 300 und 400 €. Für Mitglieder im Forstverein, besteht eventuell die Möglichkeit einen kostenlosen Kurs zu absolvieren.

Wo kann man ein Kettensaegenschein erwerben und auf was muss geachtet werden ?

Da es keine einheitlichen Richtlinien für die Durchführung eines Kettensaegen-Kurses gibt, sind bedauerlicherweise viele schwarze Schafe unter den Kursanbietern. Deshalb muss bei der Wahl des Kursanbieters genauer hingeschaut werden. Es ist möglich, einen Kurs bei der lokalen Feuerwehr zu absolvieren, ebenso ist dies bei einem Kettensägen Hersteller ausführbar. Forstvereine, Kettensaegen Hersteller oder das Forstamt sind zertifizierte Kursanbieter. Auf jeden Fall ist darauf zu Achten, das der Kurs nicht nur aus Theorie, sonder auch aus Praktischen Anteilen besteht. Im besten Fall wird vom Kursanbieter für den praktischen Teil ein kleines Waldstück reserviert. In diesem Wald kann unter realen Bedingungen das sichere Fällen von Bäumen und das schnelle und sichere Zerlegen von Holz erlernt werden. Dadurch wird nicht nur die richtige Schnitttechnik erlernt, sondern es wird ebenfalls das Verhalten im Wald sowie das Beeinflussen der Fallrichtung des Baumes vermittelt. Gerade für die Unfallvermeidung sind die Aspekte sehr wichtig. Voraussetzung für die Teilnahme an einem Kettensaegen-Kurs ist, das besitzen einer Schnittschutzausrüstung. Dazu gehört eine Schnittschutzhose, Schnittschutzjacke, Forsthelm, Forsthandschuhe, Schnittschutzschuhe oder Schnittschutzstiefel.